Das Geheimnis um Magdalena Drucken

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Dieses  Wetter  musste man ausnutzen.  Wer wusste,  wie lange noch die  Sonne  uns mit  ihren wärmenden  Strahlen  erfüllen würde.


Unser Ziel war immer dasselbe: "Die Lochmühle". Ein verwunschenes Plätzchen an einem kleinen Bach, der gluckernd und murmelnd seinen Weg floss. In den vergangenen Monaten hatten wir diesen friedlichen Platz lieb gewonnen. Heute war es jedoch anders.



Mir fiel er sofort auf, dieser dunkle, kaputte Grabstein. Mitten im kalten Wasser lag er und schimmerte geheimnisvoll im widerspiegelnden Licht der Sonne.


Wie kam er dahin?
Welches Geheimnis mochte er wohl in sich tragen?


Ich versuchte die Inschrift zu entziffern, obwohl einige Ecken fehlten. "Magdalena" stand dort eingemeißelt, geboren am 4.März 1835, gestorben am 29. Januar 1838. Vor ca. 170 Jahren war dieses kleine Mädchen, keine 3 Jahre alt, gestorben. War es ein Unfall? Oder hatte eine Kinderkrankheit sie aus dem Leben gerissen? Vielleicht war es aber auch eine Grippe- Epidemie, so wie das damals oft der Fall war.


Meine Gedanken versanken weiter in der Vergangenheit. Ich sah sie direkt vor mir, ein kleines, pausbäckiges Mädchen mit lustigen Zöpfen, das fröhlich durch die Wiesen tollte.


Womit mag sie gespielt haben? Bestimmt besaß sie einen Kreisel oder eine geschnitzte Puppe.


Wieso lag jedoch dieser Grabstein plötzlich da? Soll uns dieser Fund auf etwas aufmerksam machen?

Alles ist auf dieser Erde vergänglich. Jeden Tag sollten wir leben, als ob es der letzte wäre. Missverständnisse sofort aufklären und das einzig unvergängliche, die Liebe, fest in unserem Herzen verankern.

  Magdalena



Liebe ist etwas sehr kostbares, der Diamant des Lebens, sie einfach vergessen ist eine Qual. Ohne Liebe sind wir alle in 200 Jahren vergessen. Durch sie bleibt unser Name erhalten. Vielleicht fragen sich dann unsere Nachfahren, wie wir gelebt haben und tragen unsere Bilder im Herzen.

Kleine Magdalena, du warst vergessen, aber ich werde mich immer an deinen kalten Grabstein erinnern.




Copyright © 09-2001 by Petra Heierhoff


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